Deutschland verstaatlicht ehemalige Gazprom-Tochter

Deutschland verstaatlicht ehemalige Gazprom-Tochter

Deutschland verstaatlicht ehemalige Gazprom-Tochter

Mit dieser Entscheidung soll die Energiesicherheit Deutschlands geschützt werden. Polen kündigte außerdem an, dass es die russischen Gazprom-Vermögenswerte erwerben werde.

Deutschland kündigte die Verstaatlichung einer Tochtergesellschaft von Gazprom an, um seine Energieressourcen zu schützen, während es sich von der russischen Abhängigkeit entfernt.

Securing Energy For Europe GmbH (SEFE) ist der neue Name für das Unternehmen, das früher Gazprom Germania war. Sie kontrolliert indirekt den größten landeseigenen Gasspeicher im Norden von Rehden.

Ähnliche Schritte wurden auch in Polen vom Entwicklungsminister unternommen, der ankündigte, Warschau werde die polnischen Vermögenswerte von Gazprom übernehmen.

Die Entscheidung vom Montag folgt einer Vereinbarung der EU-Kommission vom Wochenende, der russischen Tochtergesellschaft in Deutschland 225,6 Millionen Euro (233 Millionen US-Dollar) an Beihilfen zur Verfügung zu stellen. Dies wird den Weg für die Verstaatlichung ebnen.

Was war der Grund, warum Deutschland das Unternehmen verstaatlicht hat?

Die Bundesregierung behauptet, dieser Schritt sei notwendig, um ihre Energiesicherheit während des andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine zu wahren.

Berlin hatte das Unternehmen im April unter seine Kontrolle gebracht und die Eigentumsverhältnisse unklar gelassen. Dies führte laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz dazu, dass Banken und Geschäftspartner zurückhaltend waren, Geschäftsbeziehungen wieder aufzunehmen oder gar neue Märkte zu erschließen.

Das Ministerium erklärte, dass diese Situation den Geschäftsbetrieb der SEFE und damit die Gasversorgung gefährdet. Sie begründete ihre Entscheidung zur Verstaatlichung.

Nach Angaben des Ministeriums ist die russische Gazprom nun ein deutsches Staatsvermögen und hat ihre Anteile faktisch verloren.

Ähnlicher Schritt in Polen

Polen gab am Montag bekannt, dass es den 48-prozentigen Anteil Russlands an Europolgaz übernehmen wird. Dieses Unternehmen besitzt den polnischen Teil der Gaspipeline Yamal Europe. Die Pipeline verläuft 4.107 Kilometer (2.552 Meilen) zwischen den russischen Erdgasreserven in Westsibirien und der Halbinsel Jamal. Es verbindet sich auch mit Polen und Deutschland.

Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP Waldemar Buda erklärte der polnische Entwicklungsminister, dass der Schritt unternommen wurde, um die Sicherheit der kritischen Infrastruktur [Polens] zu gewährleisten.

Als Vergeltung für die russische Invasion in der Ukraine verhängte Warschau Sanktionen gegen 50 russische Unternehmen und Oligarchen, darunter Gazprom. Russland hat zwischenzeitlich die Gaslieferungen nach Polen eingestellt, nachdem Russland sich geweigert hatte, in Rubel zu zahlen.

Buda, zitiert von Reuters, erklärte: „Wir tun alles, was wir können, um Russlands Aggression entgegenzuwirken, russisches Kapital und russischen Einfluss zu eliminieren, Enteignung ist nach der polnischen Verfassung nicht möglich, deshalb haben wir beschlossen, Zwangsverwaltungen zu erlassen.