Deutschland stoppt chinesische Übernahmen von Halbleiterfirmen

Deutschland stoppt chinesische Übernahmen von Halbleiterfirmen

Deutschland stoppt chinesische Übernahmen von Halbleiterfirmen

Zwei Halbleiterunternehmen, darunter Elmos mit Sitz in Dortmund, wurden von der Bundesregierung gestoppt. Viele der weltweit führenden Halbleiterhersteller sind in Asien ansässig, darunter Kernkomponenten für Computer und andere Produkte.

Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck hat sich das Bundeskabinett am Mittwoch darauf geeinigt, den Verkauf zweier deutscher Halbleiterfirmen an chinesische Käufer zu stoppen.

Habeck erklärte, dass Übernahmen von Unternehmen sorgfältig geprüft werden müssten, wenn es um Infrastruktur gehe oder wenn Technologie an Nicht-EU-Käufer fließen könnte.

Elmos, ein Dortmunder Unternehmen, sagte Investoren am Montag, dass es glaube, dass der Verkauf seines Geschäfts gestoppt werde. Das schwedische Unternehmen Silex Microsystems AB plante den Kauf von Elmos. Es ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen Unternehmens Sai Microelectronics.

Das Handelsblatt, ein deutsches Wirtschaftsmagazin, berichtete, dass ein chinesischer Investor den Übernahmeversuch des bayerischen Unternehmens ERS Electronic wahrscheinlich stoppen werde. Der Käufer wurde in dem Bericht nicht identifiziert.

Grünen-Politiker Habeck bestätigte am Mittwoch, dass es sich um zwei Übernahmen gehandelt habe, zu dem zweiten Unternehmen könne er aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses aber keine Angaben machen.

USA und EU drängen auf heimische Produktion wegen Halbleiterknappheit

Halbleiter sind Schlüsselkomponenten bei der Herstellung der meisten elektronischen Geräte und Computerchips. In den letzten Jahren waren sie aufgrund der COVID-19-Pandemie knapp. Dies hat zu ernsthaften Lieferkettenproblemen für alles geführt, von Autos bis hin zur Spielkonsole Playstation 5.

Die globale Produktion wurde einst von den USA, Europa, Japan und China dominiert. In den letzten Jahren haben China, Taiwan und Südkorea ihre Kapazitäten jedoch schnell erhöht. Heutzutage machen die USA, Europa, Japan und China etwa ein Drittel der weltweiten Produktion aus, während China, Taiwan und Südkorea mehr als die Hälfte ausmachen.

Habeck sagte, Deutschland bleibe eine offene Marktwirtschaft, fügte aber hinzu: „Eine offene Marktwirtschaft ist keine naive Marktwirtschaft.“

Er erklärte, dass China ein wichtiger Handelspartner sein und bleiben solle. In der Mikrochip- und Halbleiterbranche zeichnete sich jedoch ab, dass eine chinesische Strategie umgesetzt wird, die deutsche Interessen gefährden könnte.

Auch US-Präsident Joe Biden bemühte sich in seiner Amtszeit um eine Steigerung der heimischen Halbleiterproduktion. Tatsächlich hat die EU Anfang dieses Jahres eine Produktionsoffensive in Höhe von mehreren Milliarden Euro angekündigt.

In den vergangenen Wochen standen die deutschen Geschäftsbeziehungen in China im Fokus.

Die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Peking, kurz nachdem Präsident Xi Jinping eine beispiellose dritte Amtszeit gewonnen hatte, wurde im In- und Ausland kritisiert.

Dies geschah zeitgleich damit, dass Scholz, der sein Kabinett um Zustimmung zu einem Teilerwerb – allerdings mit einem kleineren Anteil (24,9 Prozent statt 35 Prozent) – eines Terminals im Hamburger Hafen durch das chinesische Unternehmen Cosco gebeten hatte.

Habeck war einer von vielen Ministern und Ministerien, die sich dem Deal widersetzten.