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Veröffentlicht am 15.06.2015 von Harry Pfliegl

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Roberto Blanco: Der schwarze Schlagerkönig

In den vergangenen Jahren hatte Roberto Blanco vor allem durch seine Eskapaden im Privatleben für Schlagzeilen gesorgt, etwa durch die Scheidung von seiner langjährigen Ehefrau und dem anschließenden Streit um Unterhaltszahlungen. Doch über Jahrzehnte hinweg zählte Roberto Blanco zu den großen deutschen Schlagerstars, der ein Garant für Stimmungslieder mit hohem Schunkelfaktor war.

Ein internationales Leben

Geboren wurde Roberto Blanco am 7. Juni 1937 in Tunis als Sohn des kubanischen Künstlers Alfonso Zerquera und dessen Frau Mercedes Blanco. Seine Kindheit verlebte Roberto Blanco, der als Zweijähriger zum Halbwaisen wurde, in Beirut und Madrid. Eigentlich hatte Roberto Blanco Arzt werden wollen, sein Medizinstudium in Madrid hatte er allerdings bereits nach zwei Semestern abgebrochen.

Stattdessen kam Roberto Blanco 1956 nach Deutschland und erhielt hier 1957 in Alfred Weidenmanns Kriegsfilm Der Stern von Afrika eine Rolle. Etwa zeitgleich startete er seine Gesangskarriere, indem er für Josephine Baker arbeitete, die seit 1937 französische Staatsbürgerin war. Nachdem Roberto Blanco 1958 einen Schlager in einem Film gesungen hatte, wurde er in den 1960er Jahren zum gefragten Schauspieler und Schlagerstar. Einen Achtungserfolg erzielte Roberto Blanco 1969 einen Achtungserfolg, als er mit Heute so, morgen so die Deutschen Schlager-Festspiele gewann.

Auf dem Höhepunkt

Drei Jahre später feierte Roberto Blanco, der 1971 zum deutschen Staatsbürger wurde, mit Ein bißchen Spaß muss sein und Der Puppenspieler von Mexico seine größten Erfolge. Unter anderem war Roberto Blanco in der Folge mehrfach zu Gast in der ZDF Hitparade, die bis Mitte der 1980er Jahre als führende Musiksendung in Deutschland galt.

Nach den beiden großen Hits war Roberto Blanco so beliebt, dass er 1973 eine eigene Fernsehshow bekam. Eine weitere Show folgte drei Jahre später, mit der er am besten Abend eine Einschaltquote von 49 Prozent erreicht hatte. Darüber hinaus startete Roberto Blanco mehrfach für den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contests. Hier kam er allerdings nicht über einen vierten Platz hinaus.

In den 1980er Jahren bekam Roberto Blanco weitere Fernsehshows, unter anderem bildete er den direkten Nachfolger für Rudi Carrells Erfolgsformat Am laufenden Band. Ein Stück Kulturgeschichte schrieb Roberto Blanco, als er 1987 als erster Ausländer überhaupt einen eigenen Show-Block in der Tropicana-Revue bekam.

Stimmungslieder und Abstieg

Tony Marshall wurde in den 1990er Jahren Roberto Blancos Partner, als das Duo gemeinsam Stimmungslieder darbot. Nun wurde Roberto Blanco außerdem zum Dauergast in Oldie Shows. Nach der Jahrtausendwende stand er unter anderem für das Musical Kein Pardon von Hape Kerkeling in Düsseldorf auf der Bühne.

Foto: von Senfacy (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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